04.07.2020, 18 Uhr Uhr, Falken Ladenlokal [kany] (Thälmannstr. 26, 99085 Erfurt)
Online-Vortrag "Eros als Verbündeter der Utopie? Herbert Marcuses ’Triebstruktur und Gesellschaft’"
"Die Kritische Theorie der sogenannten Frankfurter Schule wird gelegentlich auch als Freudo-Marxismus bezeichnet. Theodor W. Adorno, Max Horkheimer und Herbert Marcuse wussten, die Verhältnisse im Spätkapitalismus, „mobilisieren nicht nur das Bewusstsein, sondern auch die Triebstruktur für die Reproduktion des Bestehenden“ (Marcuse 1974: 157). In seinem Hauptwerk ‚Triebstruktur und Gesellschaft‘ greift Marcuse 1955 auf die beiden Grundtriebe bei Freud zurück: Den Todes- bzw. Aggressionstrieb Thanatos und den Lebens- bzw. Verbindungstrieb Eros. Beide Triebe werden nach Freud kulturell kanalisiert, z.B. anhand der „Umformung des Todestriebs in gesellschaftlich nützliche Aggression“ (Marcuse 1955: 122), etwa im Konkurrenzkampf Aller gegen Alle oder auch im Krieg. Gleichzeitig, und das ist der Clou, prägt die Gesellschaft selbst Lebensmüdigkeit oder Lebenslust der Menschen. Also unterliegt auch die psychische Triebstruktur der Kritik. Umgekehrt folgt für die Utopie die „Idee einer Kultur, die aus freien libidinösen Bindungen erwächst und von ihnen getragen wird“ (ebd.: 178). Kann es also so etwas wie eine psychische Grundlage des Sozialismus geben? Ist der Lebenstrieb Eros, gesellschaftlich gestärkt, der Bündnispartner des Utopischen? Darüber wird an diesem Abend vorgetragen und hoffentlich auch diskutiert werden.

Zur Person: Dr. Alexander Neupert-Doppler ist wissenschaftlicher Mitarbeiter für Politische Theorie am IASS Potsdam. Er veröffentlichte Bücher zu ’Staatsfetischismus’ (2013), ’Utopie’ (2015) und ’Gelegenheitsdenken/Kairós’ (2019). Zum Thema gehören auch die von ihm herausgegebenen Bände ’Kapitalismus und Opposition - Herbert Marcuses Pariser Vorlesungen’ (2017) und ’Konkrete Utopien’ (2018)."

Für den Zoom-Link schickt eine E-Mail an kontakt@falken-thueringen.de

05.07.2020, 10 - 14 Uhr, Falken Ladenlokal [kany] (Thälmannstr. 26, 99085 Erfurt)
Online-Workshop: Psychoanalyse und Antisemitismus
Am Antisemitismus soll die gängige Kurzformel Kritische Theorie = Marxismus + Psychoanalyse näher beleuchtet werden. Für „den Marxismus“ steht dabei stellvertretend Moishe Postones Aufsatz „Nationalsozialismus und Antisemitismus“, der den Antisemitismus aus dem Kapitalismus ganz im Marx‘schen Sinne als „notwendig falsches Bewusstsein“ zu erklären versucht, also aus dem Widerspruch von Gebrauchswert und Wert. Die Grenze dieses Versuchs zeigt jedoch der Unterschied von Ideologie und Wahn, also Irrtum und Irrsinn, sowie der nur psychoanalytisch deutbare Inhalt der antisemitischen Vorstellungen von Kinderschändern (heute: Pizza-Gate) und Weltherrschaft.

Da die TN-Zahl begrenzt ist, meldet euch bitte verbindlich an unter: kontakt@falken-thueringen.de
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08.07.2020, 19 Uhr Uhr, Falken Ladenlokal [kany] (Thälmannstr. 26, 99085 Erfurt)
Online-Vortrag Marxismus und Psychoanalyse mit Helmut Dahmer
Die Auseinandersetzung zwischen Freudianern und Marxisten ist schon ein gutes Jahrhundert alt und hat eigentlich zu nichts geführt. Die Marxsche wie die Freudsche Theorie der Gegenwartsgesellschaft haben einen gemeinsamen Ursprung, nämlich die Kritik an dem grandiosen Versuch, unsere Geschichte und unsere Gegenwart als vernünftig zu erweisen, den Hegel vor 200 Jahren unternommen hat. Diese Kritik ist zum einen von Hegels Kollegen Schelling vorgetragen worden, zum andern von dem „anthropologischen“ Materialisten Ludwig Feuerbach, auf den Marx und Freud sich gleichermaßen beriefen. Dass trotz gegensätzlicher Ausgangspunkte (von der Struktur der Ware beziehungsweise von der Struktur der Träume) die beiden kritischen Theorien innerlich verwandt sind, haben Marxisten wie Psychoanalytiker nicht gesehen (oder nicht sehen wollen). Diese Verwandtschaft beruht nicht allein auf ihrer Herkunft, sondern vor allem darauf, dass sie ein und dasselbe „Objekt“ haben: die in einer bestimmten Form, nämlich über Geld und Markt, vergesellschafteten Individuen. Dies „Objekt“ ist ein verkapptes „Subjekt“, und das unterscheidet die Marxsche wie die Freudsche Theorie von den traditionellen Natur- und Geisteswissenschaften. Beide gehen darauf aus, Individuen und Kollektive dem Bann überlebter Institutionen zu entziehen, die ihnen so vertraut sind, dass sie sie für „natürliche“ halten. Die (empirische) Mentalitäts-Forschung, wie sie die Forschergruppe um Max Horkheimer in den vierziger Jahren in den USA (mit den Studies in prejudice) begründet hat, bietet ein Feld, auf dem Marxisten und Psychoanalytiker fruchtbar zusammenarbeiten können.

Falls ihr keinen Facebook-Zugang habt, schickt eine Mail an kontakt@falken-thueringen.de und wir senden euch den Zoom-Link zu.
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09.07.2020, 20:00 Uhr, ACC-Galerie (Burgplatz 1, Weimar)
Expressionist, Revolutionär, Netzwerker - Franz Pfemfert
Vortrag von Marcel Bois

Die von Franz Pfemfert herausgegebene Zeitschrift „Die Aktion“ entwickelte sich im wilhelminischen Kaiserreich zu einem wichtigen Forum des deutschsprachigen Expressionismus. Später wurde sie dann ein wichtiges Debattenorgan für all jene, die in der Weimarer Republik links von der SPD standen. Pfemfert war ein geschickter Netzwerker, dem es immer wieder gelang, fruchtbare Debatten über die Fragmentierungen der radikalen Linken hinweg zu ermöglichen. Zugleich war er nie versöhnlerisch, sondern bezog innerhalb linkskommunistischer Zusammenhänge Position - was durchaus zu schweren persönlichen Zerwürfnissen führte. Sein Leben und Werk ist heute jenseits von Fachkreisen kaum noch bekannt. Der Vortrag soll dem Abhilfe schaffen.

Marcel Bois ist Historiker in Hamburg und Autor von „Kommunisten gegen Hitler und Stalin“.

HINWEIS: Seit dem 13. Juni sind in Weimar wieder Veranstaltungen vor Publikum möglich, wenn auf Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln geachtet wird. Das Publikum vor Ort ist auf 15 Personen beschränkt - bei Interesse meldet euch bitte per kultur@acc-weimar.de an. Die Veranstaltung wird parallel trotzdem als Online-Konferenz-Veranstaltung durchgeführt.

Den Link zur Konferenz findet ihr hier: https://bbb001hz.makeutopia.de/b/bil-qex-hw2

Sie werden aufgefordert, einen Namen anzugeben, den Sie frei wählen können. Sie nehmen ohne Video und Ton teil und haben im Anschluss an den Vortrag die Möglichkeit, über die Chat-Funktion Fragen zu stellen, die dann vom Moderator an die Referentin weitergegeben werden.

Die Veranstaltung ist Teil der Reihe "Kunst, Spektakel & Revolution" - eine Kooperation des Bildungskollektivs BiKo mit der ACC Galerie Weimar und der Rosa Luxemburg Stiftung Thüringen
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11.07.2020, 16 - 20 Uhr, Falken Ladenlokal [kany] (Thälmannstr. 26, 99085 Erfurt)
Online-Workshop: Zum Zusammenhang von psychischem Leiden und Gesellschaft
"Ich kann auch gut verstehen, dass man verrückt wird
Wenn man daran denkt, dass man sein Leben lang nur schuftet
Und wer irgendwann nicht krank wird von dem Gedanken
Ist am Ende vielleicht kränker als die angeblichen Kranken."
Patientenkollektiv - Antilopen Gang

In unserem Workshop gehen wir der Frage auf den Grund, wie psychische Leiden mit der momentanen Verfasstheit unserer Gesellschaft zusammenhängen.

Welche psychischen Leiden entstehen explizit aufgrund gesellschaftlicher Verhältnisse? Was kann überhaupt als eine "normale" funktionierende Psyche betrachtet werden, und wie sehr ist diese Betrachtung von ihrem Kontext abhängig? Wie stehen die Fachbereiche Soziologie und Psychologie im Dienste der herrschenden Gesellschaftsordnung und stabilisieren diese?

Wir wollen uns dem Thema durch die gemeinsame Lektüre von Freud, Adorno und Marcuse widmen und schließlich ein gemeinsames Thesenpapier entwickeln, um unseren Erkenntnisgewinn zu sichern.

Der Workshop ist (mit Pausen) für vier Stunden angesetzt. Die Teilnehmer*innen-Zahl ist auf 15 Leute begrenzt. Meldet euch also verbindlich zum an unter kontakt@falken-thueringen.de

Wir freuen uns,
Stella und Hannah von den Falken Thüringen
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23.07.2020, 20:00 Uhr, ACC-Galerie (Burgplatz 1, Weimar)
Ein Leben mit und gegen Kommunisten - Ruth Fischer und ihre Zeit
Ruth Fischer (1895-1961) gehörte einst zu den prominentesten Frauen Deutschlands und Europas. Unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg war sie Mitbegründerin der Kommunistischen Partei Österreichs, wurde berühmt als Führerin der KPD und war nach 1945 eine Hauptfigur des antikommunistischen Kreuzzuges in den USA, wo sie auch ihre beiden Brüder Hanns (1898-1962) und Gerhart Eisler (1897-1968) belastete. Am Ende ihres Lebens aber hoffte sie, dass die Sowjetunion zu einer demokratischeren Variante des Kommunismus finden werde.

Prof. Dr. Mario Keßler ist Historiker und Mitglied am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung, Potsdam.

Die Veranstaltung ist teil der Reihe "Kunst, Spektakel & Revolution" - eine Kooperation des Bildungskollektivs mit der ACC Galerie Weimar und der Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen.
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verschoben, Offene Arbeit Erfurt (Allerheiligenstraße 9, Hinterhaus)
"Die weiße Rose" - Filmabend und Gespräch
Die Weiße Rose ist ein Freundeskreis um die Studenten Hans Scholl und Alexander Schmorell. Ab Sommer 1942 rufen sie in München mit Flugblättern gegen die NS-Diktatur und zur Beendigung des Krieges auf. Auch in anderen deutschen Städten schließen sich HelferInnen der Widerstandsgruppe an; Ende 1942 auch Professor Kurt Huber. Vom Widerstandskreis der Weißen Rose werden sieben Personen von der NS-Justiz ab Februar 1943 zum Tode verurteilt und hingerichtet. Rund 60 Mitstreiter werden in mehreren Prozessen angeklagt und zum Teil zu langen Haftstrafen verurteilt.

"Im Focus - vielfältiger Widerstand gegen den Nationalsozialismus"
In dieser 4teiligen Veranstaltungsreihe wollen wir 75 Jahre nach der Befreiung vom Hitlerfaschismus auf den Widerstand von einezlen Menschen
und Gruppen hinweisen und diesen würdigen. Porträtiert werden diese
Menschen in Filmen und in der anschließenden Gesprächsrunde.

Eine Kooperationsveranstaltung des Bildungskollektives, der Offenen Arbeit Erfurt und der Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen.
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06.08.2020, 20:00 Uhr, ACC-Galerie (Burgplatz 1, Weimar)
Lu Märten — ›Die Künstlerin‹ (1919)
Lu Märten (1879-1970) entwickelte eine historisch-materialistische ästhetische Theorie, war neben ihrer theoretischen Arbeit journalistisch, dramatisch und lyrisch tätig. Zwischen 1906 und 1987 wurden ihre (frauenrechtlichen) sozial- und kulturkritischen Texte für Organe und Medien der Frauen- und Arbeiterbewegung veröffentlicht, in der sie sich politisch wie theoretisch engagierte. Sie trat während des Kaiserreichs 1903 der SPD und während der Weimarer Republik 1920 der KPD bei. Zum einen formulierte sie den Anspruch der gewerkschaftlichen Organisierung von KünstlerInnen, zum anderen entwickelte sie eine radikale Produktionsästhetik, die eine gegenseitige Aufhebung von industrieller und künstlerischer Produktion vorsah. Dafür stellte sie auch das Geschlechterverhältnis und den ArbeiterInnenalltag ins Zentrum ihrer Analyse. Lu Märtens Denken beeinflusste damit u.a. die tschechische Poetismus-Avantgarde-Bewegung, das Bauhaus und die marxistische Theoriebildung, da sie als Erste die historisch-materialistische Methode des Marxismus auf den Kultur- und Kunstbereich anwandte.

Im Zentrum des Vortrages steht ihr Text ›Die Künstlerin‹, welcher 1919 erstmals veröffentlicht wurde. ›Die Künstlerin‹ umfasst eine geschlechtsspezifische Betrachtung der Kunstproduktion, Arbeitsteilung, Maschinenarbeit und deren Zusammenhänge. Daraus entwickelt sie ihre Forderung, dass Frauen sich als Subjekte ästhetischer Prozesse begreifen. Am Vortrags-Abend widmen sich Alexandra Ivanova und Anne Hofmann experimentierend den ästhetisch-theoretischen Konzepten sowie der literarischen Arbeit Lu Märtens.

Alexandra Ivanova ist Soziologin und Autorin, u.a. für die Zeitschrift outside the box - Zeitschrift für feministische Gesellschaftskritik Leipzig. Anne Hofmann ist Bildende Künstlerin, Redakteurin, Autorin und Gestalterin der Zeitschrift outside the box - Zeitschrift für feministische Gesellschaftskritik Leipzig.

Die Veranstaltung ist teil der Reihe "Kunst, Spektakel & Revolution" - eine Kooperation des Bildungskollektivs mit der ACC Galerie Weimar und der Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen.
mehr: Kunst, Spektakel & Revolution

03.09.2020, 19:30 Uhr, Offene Arbeit Erfurt (Allerheiligenstraße 9, Hinterhaus)
Digitale Selbstverteidigung
Begleitet von unbestimmten Schlagwörtern aus der Werbebranche ("Web 2.0", "Digitalisierung", "Social Media") geht in den lezten Jahren ein immenser sozialer Wandel im Technikgebrauch vor sich: An Stelle von dezentralen, zumindest potentiell anonymen, universell nutzbaren und offenen Diensten wie E-Mail und http treten immer mehr monolithische und proprietäre Plattformen wie Facebook oder Wechat. Ziel der Plattformen ist, alle Daten ihrer Nutzer*innen in einem Profil zu bündeln, was wiederum ungeahnte Möglichkeiten der Verwertung eröffnet: nicht nur Werbekunden, auch politische Interessensgruppen nutzen die freimütig abgegebenen Daten, um Menschen zu durchleuchten sowie Geld und Stimmung zu machen. Und im totalen Gegensatz zum Technikskeptizismus der 1980er-Jahre ist die Linke geradezu Vorreiterin dieser Entwicklung. Das Redaktionskollektiv Çapulcu -- eine Gruppe von technologie-kritischen Aktivist*innen und Hacktivist*innen -- setzt sich seit 2013 mit der umrissenen Entwicklung auseinander und liefert bei der Veranstaltung eine Kritik sowie konkrete Vorschläge zur digitalen Selbstverteidigung.

Eine Veranstaltung des Bildungskollektiv Biko in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen.
mehr: https://capulcu.blackblogs.org

auf den September verschoben, Offene Arbeit Erfurt (Allerheiligenstraße 9, Hinterhaus)
Werkstatt 2020: "Zusammenstehen - miteinander für eine solidarische Gesellschaft"
Die jährliche Werkstatt der Offenen Arbeit Erfurt steht dieses Jahr unter dem Motto "Zusammenstehen - miteinander für eine solidarische Gesellschaft". Es wird Vorträge, ein Konzert, ein Kinderfest, Schwarzlichttheater, Café und mehr geben.
mehr: Webseite der Offenen Arbeit

10.09.2020, 19:30 Uhr, Offene Arbeit Erfurt (Allerheiligenstraße 9, Hinterhaus)
Joe Hill - Leben und Sterben eines Revolutionärs
Vortrag und Diskussion mit Ingar Solty (Berlin)
Sacco und Vanzetti, Jules und Ethel Rosenberg, Angela Davis, Leonard Peltier, Mumia Abu-Jamal? Wer kennt sie hierzulande nicht - die großen politischen Gefangenen in der US-Geschichte, die als Opfer einer politischen oder gar Klassenjustiz gehandelt werden? Nicht zuletzt durch die Vermittlung über die Kunst haben Millionen von Menschen weltweit an ihrem Schicksal teilgenommen. Aber wer in Deutschland kennt eigentlich oder erinnert sich noch an Joe Hill, der als Arbeiterführer, Gewerkschaftslegende und Singer/ Songwriter schon zu Lebzeiten eine Legende war und 1915 nach einem skandalösen Mordprozess hingerichtet wurde?
Die Veranstaltung will an das Leben und Sterben von Hill erinnern und auf der Grundlage der neuesten
Forschungsergebnisse auch die Schuldfrage klären: Joe Hill, Märtyrer oder vielleicht doch Mörder?

Teil der Reihe "Repression und Widerstand in den USA - Geschichte und Gegenwart"
Die Reihe ist eine Kooperation von Biko, DGB-Bildungswerk, Offene Arbeit Erfurt und Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen.

18.09.2020, 19:30 Uhr, Offene Arbeit Erfurt (Allerheiligenstraße 9, Hinterhaus)
Wer heilt hat recht. Wirklich?
Biomeditation, Bachblüten, Hynotherapie, Homöopathie -- alternativemedizinische Behandlungsmethoden boomen, nicht nur in Erfurt. Das Angebot der Heiler*innen setzt ab einem weit verbreiteten Bedürfnis an: Gerade wer krank ist, wünscht sich ein Gegenüber, dass sich Zeit nimmt und sich empathisch auf die individuelle Situation einlässt. Während viele Ärzt*innen dafür oft kaum Zeit haben, bieten Gesundheitstrainerinnen, Schamanen und Coaches ein achtsames und zugewandtes Setting - dass sie sich gut bezahlen lassen. Aber was ist dran an den Heilversprechen der oftmals patentierten Methoden? Kann man mit Handauflegen Depressionen heilen? Hilft Bioenergetische Meditation gegen Krebs? Helfen Globuli bei Bluthochdruck? Janos Hegedüs ist Facharzt für Innere Medizin und beleuchtet bei der Veranstaltungen die Möglichkeiten und Grenzen von Naturheilkunde und Alternativmedizin. Dabei geht er auch auch auf verschiedene Therapieformen ein, die beim Erfurter Netzwerk Ganzheitliche Lebensweise (ENGL) angeboten werden.

Zum Referenten: Janos Hegedüs arbeitet als Facharzt für Innere Medizin in Chemnitz und bespricht auf seinem Youtube-Kanal "Sprechstunde" seit 2017 populäre Mythen im Bereich Medizin und Gesundheit.

Eine Veranstaltung des Bildungskollektiv Biko in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung.
mehr: Youtube-Kanal "Sprechstunde"

24.09.2020, 19:30 Uhr, Offene Arbeit Erfurt (Allerheiligenstraße 9, Hinterhaus)
Den Mächtigen einen Schrecken versetzt. Die Geschichte der Black Panther Party
Vortrag und Diskussion mit Albert Scharenberg (Berlin)
Am 15 Oktober 1966 gründeten Huey P. Newton und Bobby Seale im kalifornischen Oakland die Black Panther Party for Self-Defense. Wie kam es dazu? Welches Programm verfolgte die Partei der radikalen Schwarzenbewegung? Und worin besteht ihr politisches Erbe für die US-Gesellschaft
der Gegenwart? Wir diskutieren mit Dr. Albert Scharenberg, Leiter des Historischen Zentrums der Rosa-Luxemburg-Stiftung und Autor von „Schwarzer Nationalismus in den USA: Das Malcolm X-Revival“ und „Martin Luther King: Ein biografisches Porträt“.

Teil der Reihe "Repression und Widerstand in den USA - Geschichte und Gegenwart"
Die Reihe ist eine Kooperation von Biko, DGB-Bildungswerk, Offene Arbeit Erfurt und Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen.