28.05.2019, 19:00 Uhr, Uni Erfurt, KIZ, HS 2
Transfeindlichkeit - Aspekte geschlechtlicher Marginalisierung (Feministischer Hochschulsommer)
Uni Erfurt | KIZ | Hörsaal 2
Vortrag und Lesung aus "Trans.Frau.Sein" mit Felicia Ewert

Vortrag und Lesung thematisieren offen transfeindlichen Feminismus sowie wie fest Biologismen und Zweigeschlechtlichkeit in der Gesellschaft und vielen Feminismen verwurzelt sind. So zeigt die Referentin auch, welche Auswirkungen die „Sex / Gender“ Aufteilung von Geschlecht für transgeschlechtliche Menschen hat. Das sogenannte „Transsexuellengesetz“ wird dargestellt und zum Abschluss widmet sich die Referentin der Frage was *wir alle* tun können, um bestehende geschlechtliche Vorstellungen zu realisieren und zu überdenken.

Felicia Ewert studiert im Master Politikwissenschaft, Schwerpunkt Geschlechterforschung. Als selbsternannte Skandalautorin und Skandalreferentin setzt sie sich in Vorträgen sowie ihrem Buch "Trans. Frau. Sein." (edition assemblage Verlag) mit der Konstruktion von Geschlecht, mit Cissexismus, Transfeindlichkeit und Transmisogynie auseinander. Über geschlechtliche Marginalisierung, die sie als Frau, die trans ist, auch persönlich erfährt, spricht sie auch auf ihrem Twitteraccount @redhidinghood_ .

07.06.2019, 19:00 Uhr
Die Ethnisierung des Sozialen
WOCHENENDWORKSHOP ZU DEN JUGSOLAWIEN KRIEGEN 07.06. - 09.06.2019

Im Jahr 1999 führte die Bundesrepublik Deutschland zum ersten mal seit 1945 wieder Krieg - im Verbund mit der NATO wurde Jugoslawien bombardiert und eine Teilung in Einzelstaaten forciert. Dem vorangegangen waren immer wieder aufflammende Bürgerkriege in Jugoslawien seit 1991. Die Vorgänge während der jugoslawischen Zerfallskriege und des Kosovo-Krieges 1999 sind kleinteilig und kompliziert. Eine linke geschichtspolitische Auseinandersetzung mit diesen Ereignissen macht oft halt vor deren Komplexität. Wir wollen im Workshop versuchen, uns den Vorgängen in den jugoslawischen Zerfallskriegen (1991-1999) anzunähern und uns gemeinsam ein Verständnis zu erarbeiten. Dabei wollen wir folgenden Fragen nachgehen: Inwiefern bargen die politischen und sozialen Widersprüche des sozialistischen Jugoslawien Konfliktkonstellationen, die schließlich auch zu Separationsbewegungen führten? Welche Rolle haben dabei außenpolitische und innenpolitische Faktoren, aber auch die Einflusssphären von Ost und West gespielt? Warum wurden ethnische Bezugspunkte in diesen Konflikten so stark? Welche Konfliktparteien waren daran mit welchen Interessen beteiligt? Der Workshop soll auch eine Kritik des Nationalismus beinhalten und der Frage nachgehen, warum und in welcher Weise sich soziale Konflikte in nationalistische Kämpfe und ethnische Zuschreibungen übersetzen. Wir werden all diese Fragen nicht erschöpfend beantworten können - aber schon eine gemeinsame Schärfung der Fragen selbst trägt zu einer gegenseitigen (Selbst-)Bildung bei.

Die Teilnahme ist auf eine Gruppe von 12 Personen beschränkt und wird quotiert bemessen. Wir bitten um eine Anmeldung an biko[at]arranca[dot]de bis spätestens zum 24.05.2019. Ein gemeinsames Frühstück wird organisiert, mittags und abends ist Selbstverpflegung. Übernachtungsplätze in Weimar können wir organisieren - bitte gebt bei der Anmeldung an, ob ihr eine Übernachtung benötigt.

Die Veranstaltung ist Teil der Reihe "Kunst, Spektakel & Revolution" und wird unterstützt von der Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen.
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11.06.2019, 20:00 Uhr, ACC-Galerie (Burgplatz 1, Weimar)
Die Balkanisierung Jugoslawiens
Deutschland, die Zerschlagung Jugoslawiens und der Kosowokrieg

Jugoslawien ist in den 1990er Jahren das erste große Exerzierfeld der neuen deutschen Außen- und Militärpolitik gewesen. Die Bundesrepublik hat die Aufspaltung des Landes von Anfang an forciert und sie auch militärisch begleitet, 1999 dann sogar mit dem ersten großen Kampfeinsatz der Bundeswehr im Rahmen der Bombardierung Serbiens. Die Zerschlagung Jugoslawiens hat in mehrfacher Hinsicht deutschen Staatsinteressen gedient. Am Überfall auf das Land im Jahr 1999 hat die Bundesrepublik sich unter Bruch des Völkerrechts beteiligt - und damit klargestellt, dass sie sich bei der Durchsetzung ihrer Interessen im Zweifelsfall um das internationale Recht nicht schert. Die Kriege haben dazu beigetragen, die Südosteuropa-Politik der EU auf die deutsche Linie festzulegen; nicht umsonst ist um 2000 herum immer wieder von "europäischen Einigungskriegen" die Rede gewesen. Weite Teile der Region leiden bis heute unter den Folgen der Kriege.

Jörg Kronauer schreibt immer wieder Analysen zur deutschen Außenpolitik, u.a. für konkret und Jungle World. Er ist Redaktionsmitglied bei German Foreign Policy: www.german-foreign-policy.com - Die Veranstaltung ist Teil der Reihe "Kunst, Spektakel & Revolution" und wird unterstützt von der Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen.
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27.06.2019, 20:00 Uhr, ACC-Galerie (Burgplatz 1, Weimar)
Ikonoklastische Aufführungen
DE/KONSTRUKTION VON STAATSSYMBOLEN IN POST-JUGOSLAWISCHER KUNST SEIT 1989

Der Begriff ikonoklastische Aufführungen wird hier in seiner doppelten und widersprüchlichen Bedeutung artikuliert. Als Legitimationsprinzip des Nationalstaats und als ästhetische Strategie, die sich gegen die politisch-ideologischen Dispositive des Staats wendet und dabei irritierende Bild- bzw. Handlungsszenarien entwickelt. Der Zusammenbruch Jugoslawiens manifestierte sich, unter anderem, als Zerstörung von Kulturerbe, wobei besonders die sozialistischen Monumente attackiert wurden. Mit Hinblick auf künstlerische Aufführungen, die sich der Hegemonie des Nationalismus widersetzen, analysiert der Vortrag die performative Dekonstruktion von Ikonen, Symbolen und Bildern der neugegründeten Staaten. Damit soll argumentiert werden, dass ikonoklastische Aufführungen eine dezidiert politische Wirkung erzeugen und somit als Instrumente emanzipatorischer, ästhetischer Praxis figurieren könnten.

Andrej Mirčev ist Theaterwissenschaftler, Dramaturg und bildender Künstler. In seiner künstlerisch-wissenschaftlichen Arbeit erforscht er unterschiedliche Konstellationen zwischen Aufführung, Bild, Archiv und Raum.

Die Veranstaltung ist Teil der Reihe "Kunst, Spektakel & Revolution" und wird unterstützt von der Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringe.
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11.07.2019, 20:00 Uhr, ACC-Galerie (Burgplatz 1, Weimar)
Satan Panonski - Widersprüche des Jugopunk
Vortrag mit filmischen Musikbeispielen

Satan Panonski war ein Punksänger aus der Stadt Vinkovci in Jugoslawien. Er geriet 1981, nachdem er jemanden nach einem Konzert (in Notwehr?) erstochen hatte in Haft, später in die Psychiatrie. Dank einer Ärztin konnte er aus der Psychiatrie in Popovača bei Zagreb heraus wieder Konzerte geben, zuerst mit seiner Band Pogreb X und dann mit verschiedenen Musikern unter seinem Pseudonym Satan Panonski. Erst Ende der 80er kam es zu Kassettenveröffentlichungen und einer Schallplatte auf dem Label Slušaj najglasnije! Auf den Konzerten ritzte er sich auf, blutete, fügte sich Brandwunden zu … thematisierte Homosexualität und „sexuelle Atonalität“, trug selbstgestaltete Gewänder und viel Makeup … Als der Kroatienkrieg 1991 ausbrach trat Satan Panonski der nun entstehenden kroatischen Armee bei und kämpfte in der Gegend um Vinkovci und Vukovar, machte sich auch mitschuldig. Auf dem Tape "Kako Je Panker Branio Hrvatsku (How a Punk defended Croatia)" wurden posthum Lieder mit kroatisch-nationalistischen Liedtexten veröffentlicht. 1992 starb er unter ungeklärten Umständen im Heimaturlaub. Eine Annäherung auf Umwegen.

Sakerdon Michajlovič lebt und - arbeitet nicht - (in Leipzig) und existiert womöglich nur in der "alten Frau" von Daniil Charms auf Seite 7. Er hat Interesse an Radio, Büchern, Comics, Punk. Die Veranstaltung ist Teil der Reihe "Kunst, Spektakel & Revolution" und wird unterstützt von der Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen.
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18.07.2019, 20:00 Uhr, ACC-Galerie (Burgplatz 1, Weimar)
Geburt einer Nation
LAIBACH UND DIE NEUE SLOWENISCHE KUNST

Vorläufiger Ankündigungstext: Wie keine andere Band hat »Laibach« (benannt nach dem deutschen Namen der slowenischen Hauptstadt Ljubljana) den Zerfall Jugoslawiens mit popkulturellen Mitteln kommentiert. Dabei sind die Botschaften Laibachs nie eindeutig, Kritik kommt in Form von Überaffirmaton und Ambivalenz daher - sie spielen mit den Symbolen des Totalitarismus und des Krieges. Im Gesamtkonzept der Band spielt der Bezug auf die künstlerische Avantgarde eine wichtige Rolle. Deren Anspruch auf einen ganzheitlichen Gestaltungsanspruch setzte Laibach mit der Gründung der »Neuen Slowenischen Kunst« um, einem interdisziplinären Künstlerkollektiv, das auch eine eigene Republik ausrief. Alexander Pehlemann schildert die Geschichte des Projekts und stellt dabei einige seiner Manifestationen näher dar.

Alexander Pehlemann ist Autor, Kurator, DJ (Al-Haca Sound System), Kompiler, Journalist und Netzwerker. Seit 1993 ist er Herausgeber des »Zonic«, Magazin bzw. Almanach für »Kulturelle Randstandsblicke & Involvierungsmomente«.

Die Veranstaltung ist Teil der Reihe "Kunst, Spektakel & Revolution" und wird unterstützt von der Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen.
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23. - 25. November, Triebsdorf
Wochenendseminar zur Novemberrevolution
„Das war sicher erst der Beginn. Die wirklichen Kämpfe würden erst kommen! Ich wollte dabei sein. Ich mußte dabei sein, denn es ging auch um mich. Es ging um die Freiheit der Unterdrückten.“ Mit diesen Worten beschriebt der damals 17-jährige Maschinenschlosser Hans Lorbeer den Vorabend der Novemberrevolution in Deutschland. Vorausgegangen waren diesen Ereignissen der erste Weltkrieg und die Spaltung der Arbeiterbewegung in Deutschland und vielen anderen Ländern.

In diesen Tagen wurde alles angezweifelt, die ansonsten träge Masse geriet in Bewegung, die alten Führer verloren allesamt die Kontrolle über sie und einen Moment lang schien es so, als würden die Menschen wirklich beginnen ihre Geschichte bewusst zu machen.

Doch die versuchte Revolution endete im Blutbad, statt einer neuen Welt kam eine neue Regierung, an die Stelle der alten Obrigkeit trat eine neue und die Massen kehrten zurück an ihren Arbeitsplatz und in ihren Alltag.

Wir möchten uns ein Wochenende lang mit der Geschichte der Novemberrevolution 1918 vom Matrosenaufstand in Kiel bis zum Spartakusaufstand und der Ermordung Rosa Luxemburgs und Karl Liebknechts im Januar 1919 und der blutigen Niederschlagung aller revolutionären Versuche beschäftigen.

Teilnahmebeitrag: 25 Euro (Verpflegung, Übernachtung und Anreise inklusive)
Anmeldung bis zum 15. November unter: kontakt@falken-erfurt.de
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