10.-12.4.2025, Zughafen, Erfurt
widersetzen-Konferenz
Für den Antifaschismus wird 2026 ein entscheidendes Jahr. Die AfD will in Sachsen-Anhalt oder Mecklenburg-Vorpommern zum ersten Mal an die Landesregierung - am liebsten allein. Doch auch eine weit nach rechts gerückte CDU oder das BSW könnten sich als Steigbügelhalter andienen, wenn es die Wahlergebnisse nötig machen. Auf die rissige Brandmauer können wir uns nicht verlassen.

Wir wollen unseren ungehorsamen und widerständigen Beitrag leisten, um die AfD von der Macht fernzuhalten. Im Zentrum stehen dabei die Aktionen gegen den AfD-Bundesparteitag am 4. und 5. Juli in Erfurt.

Bei der großen Konferenz vom 10. bis 12. April wollen wir gemeinsam die Strategien und Aktionen für 2026 planen.

Können wir nach den Aktionen von Riesa und Gießen noch eine Schippe drauflegen? Breitere Bündnisse, mehr Aktivist*innen, effektivere Blockaden? Was brauchen wir dafür? Wen brauchen wir dafür? Was könnt ihr alle beitragen, damit der Juli ein Fest für den Antifaschismus und eine Niederlage für die AfD wird?

Was machen wir vor und nach der großen Aktion? Wer sind unsere Verbündeten - und wer sind unsere Gegner*innen? Wie reagieren wir auf Wahlergebnisse und mögliche Koalitionsverhandlungen?

Das hat auch mit unseren Strukturen zu tun: Was ist der richtige Weg zwischen Aktionsbündnis und Organisationsaufbau? Wie stärken wir die Ortsgruppen und die lokalen Bündnisse? Wie machen wir widersetzen breiter, diverser, antirassistischer?

All diese Fragen wollen wir mit euch diskutieren.
mehr: widersetzen

11.04.2026, 11:00 Uhr
Historischer Stadtrundgang - Das Kriegsende 1945 in Erfurt (Projektgruppe Erfurt im Nationalsozialismus)
Am 12. April 1945 besetzte die 3. US-Army unter dem Kommando von General Patton das Stadtgebiet von Erfurt. Noch die unmittelbar letzten Kriegstage davor waren von massiven militärischen Auseinandersetzungen und Kriegsverbrechen in einigen Vororten geprägt gewesen. So kosteten die letzten Tage des Krieges sinnlos noch viele Leben, sowohl unter den alliierten Soldaten als auch unter den fanatischen Verteidigern der Stadt und der NS-Terrorherrschaft. "Bis zum Letzten" sollte Erfurt auf Befehl des verantwortlichen Oberst Merkel gegen die Amerikaner gehalten werden.

Während sich in der Ablehnung einer kampflosen Übergabe Erfurts unmittelbar der enorme Fanatismus zeigt, der das Denken und Handeln der politisch Verantwortlichen im NS-Staat prägte, lässt sich mit Blick auf den Krieg insgesamt auch die Verstrickung der Erfurter Bevölkerung in den nationalsozialistischen Vernichtungsfeldzug erkennen: Als Produktionsstandort für Rüstungsgüter leisteten verschiedene Unternehmen in der Stadt dem menschenverachtenden Krieg jahrelang Vorschub, während gleichzeitig tausende rekrutierte Zwangsarbeiter*innen aus ganz Europa an Werkbänken standen oder andere Aufgaben ausführen mussten, um das Funktionieren des öffentlichen Lebens trotz des "totalen Krieges" zu gewährleisten.

Wir wollen uns in unserem Stadtrundgang mit den Ereignissen rund um die letzten Kriegstage in Erfurt beschäftigen. Darüber hinaus wollen wir jedoch auch beleuchten, inwiefern die Stadt und ihre Gesellschaft mit dem Zweiten Weltkrieg verbunden war. Wer erlebte das Kriegsende als Niederlage und wer als Befreiung? Und was folgte auf die US-amerikanische Besatzung und das Ende des Krieges in Erfurt?

Unser Rundgang wird ungefähr zwei Stunden dauern.
Treffpunkt ist die Straßenbahnhaltestelle Boyneburgufer, stadtauswärts.

11.04.2026, 09:30 Uhr
Tagesseminar zur Pädagogik Friedrich Fröbels
Friedrich Fröbel gilt als Erfinder einer Institution, die sich zum integralen Bestandteil des modernen Erziehungswesens entwickelt hat, dem Kindergarten. Mit der Gründung des ersten Kindergartens 1840 trug Fröbel zu einer maßgeblichen Veränderung der Wahrnehmung von Kindern bei.

Kindzentrierung, spielerisches Lernen und eine Kinderbetreuung außerhalb der Familie waren neu. Fröbel erkannte das Spiel als pädagogische Möglichkeit des Lernens und trug zu einer Liberalisierung der Pädagogik bei.

Dem preußischen Staat war das suspekt: Wegen befürchtetem „Atheismus und Demagogie“ wurden die fröbelschen Kindergärten 1951 als staatsfeindlich eingestuft und es kam zu einem Kindergartenverbot.

Wir fahren gemeinsam für ein Tagesseminar nach Bad Blankenburg und besuchen dort das Museum.
Vor Ort bekommen wir eine Führung und einen Vortrag über Friedrich Fröbel, über die Anfänge des Kindergartens sowie den historischen Kontext im 19. Jahrhundert, in dem die Idee des Kindergartens an Bedeutung gewann.

Anmeldung an kontakt@falken-thueringen.de
Die gemeinsame Anreise aus Erfurt beginnt um 9:30 Uhr am Hbf. Das Seminar endet gegen 15:00 Uhr.

11.04.2026, 17:00 Uhr, JG Stadtmitte (Johannisstraße 14, Jena)
Wenn wir unsere Freund*innen verlieren - Gespräch über Matthias, Conny und Silvio
Am 12. April 1981 kam Matthias Domaschk im Stasi-Gefängnis von Gera zu Tode. Er wurde erhängt in seiner Zelle aufgefunden.

Matthias war in der Jenaer Oppositionsszene der 1970er Jahre aktiv gewesen. Er initiierte Lesekreise und eine Untergrundbibliothek, unterstützte Gefangene, traf Dissident*innen der Charta 77 und von Solidarność in der Tschechoslowakei und Polen und diskutierte über die Revolution in Ost und West. Er war auch Roadie der Band Uller, Freund, Partner und Vater. Sein gewaltsamer Tod ließ so viele Menschen schockiert und in Trauer zurück.

Wir möchten am Wochenende vom 11./12. April 2026 anlässlich des 45. Todestags seiner gedenken und miteinander Gespräch kommen.

11. April | 17:00 | JG | Wenn wir unsere Freund*innen verlieren - Gespräch über Matthias, Conny und Silvio

12. April | 11:00 | Nordfriedhof Hufelandweg 4 | Gang zum Grab von Matthias auf dem Nordfriedhof

11.04.2026, 19:00 Uhr, Träumchen (Salinenstr. 34)
CHEERS TO THE QUEERS! QUEERER BARABEND
Kommt vorbei am Samstag, den 11.04.2026 ab 19:00 Uhr zur QueerBar im Träumchen (TraumRaum e.V., Salinenstraße 34)

In Erfurt einfach mal mit anderen Queers bei einem Drink gemütlich zusammenzusitzen, spielen, quatschen - was ihr mögt: das wird am Samstag, den 11.04.2026, wieder möglich sein! Kommt zu unserem queeren Barabend!

Für alle LSBTIQ+ - lesbische, schwule, bisexuelle, trans*, inter*, queere, questioning, nicht-binäre, agender und aromantische Personen - und alle, die sich irgendwo dazwischen, außerhalb oder ganz woanders verorten. Auch eure nicht-queeren Freund*innen und Allies sind, wenn sie euch gut tun, genau richtig bei uns.

Wir sind an diesem Abend zu Gast im Träumchen und versorgen euch mit allem, was es für eine QueerBar braucht. Getränke müsst ihr also nicht mitbringen, sondern könnt sie zu günstigen Preisen an der Bar kaufen.
Leider ist das Träumchen wegen Treppen nicht barrierearm.

Für eine gute Zeit gilt: Achtet aufeinander, respektiert Grenzen, hört zu und greift ein, wenn’s notwendig ist. Wenn euch etwas auffällt oder ihr euch unwohl fühlt, sprecht uns an - gemeinsam finden wir Lösungen.

Wir freuen uns auf einen famosen und entspannten Barabend mit euch!
Let’s make Erfurt queer again!

12.04.2026, 11:00 Uhr, Nordfriedhof Hufelandweg 4, Jena
Gedenken zum 45. Todestag Matthias Domaschk - Gang zum Grab
Am 12. April 1981 kam Matthias Domaschk im Stasi-Gefängnis von Gera zu Tode. Er wurde erhängt in seiner Zelle aufgefunden.

Matthias war in der Jenaer Oppositionsszene der 1970er Jahre aktiv gewesen. Er initiierte Lesekreise und eine Untergrundbibliothek, unterstützte Gefangene, traf Dissident*innen der Charta 77 und von Solidarność in der Tschechoslowakei und Polen und diskutierte über die Revolution in Ost und West. Er war auch Roadie der Band Uller, Freund, Partner und Vater. Sein gewaltsamer Tod ließ so viele Menschen schockiert und in Trauer zurück.

Wir möchten am Wochenende vom 11./12. April 2026 anlässlich des 45. Todestags seiner gedenken und miteinander Gespräch kommen.

11. April | 17:00 | JG | Wenn wir unsere Freund*innen verlieren - Gespräch über Matthias, Conny und Silvio

12. April | 11:00 | Nordfriedhof Hufelandweg 4 | Gang zum Grab von Matthias auf dem Nordfriedhof

13.04.2026, 18:00 Uhr
Das Ganze ist das Unwahre - Auftakt zum Lesekreis zur Analytischen Sozialpsychologie
[Der genaue Ort, vermutlich auf dem Uni-Campus, wird zum gegebenen Zeitpunkt auf auf der Webseite der Falken Erfurt bekanntgegeben.]

Vor über 100 Jahren entstand die Psychoanalyse als klinisches Projekt: Sie sollte individuelles Leiden verstehbar und behandelbar machen. Ihr Gegenstand war zunächst das Innere - Konflikte, Triebe, frühe Prägungen. Gesellschaftliche Verhältnisse bildeten den Hintergrund, standen aber nicht im Zentrum der Theorie.

Doch spätestens im 20. Jahrhundert wurde die Psychoanalyse explizit politisch. Im Umfeld des Instituts für Sozialforschung und der Frankfurter Schule verbanden Denker wie Erich Fromm, Herbert Marcuse und Theodor W. Adorno die Analyse unbewusster Strukturen mit einer radikalen Gesellschaftskritik. Sie stellten die Frage, wie Subjekte historisch geformt werden, wie Autorität, Anpassung und Begehren gesellschaftlich produziert sind - und wie psychische Dispositionen zur Stabilisierung von Herrschaft beitragen. Psychoanalyse wurde damit zu einem Instrument kritischer Theorie: Sie sollte nicht nur erklären, warum Menschen leiden, sondern auch, warum sie Verhältnisse reproduzieren, die sie beschädigen - und wie diese Verhältnisse überwindbar wären.

Heute scheint dieser Anspruch weitgehend verblasst. In der gegenwärtigen Psychotherapie wird psychisches Leiden überwiegend als individuelles Problem verhandelt. Die gesellschaftlichen Bedingungen, unter denen Subjekte sich formen, anpassen oder zerbrechen, geraten aus dem Blick. Das kritische Potential der Psychoanalyse - ihre Fähigkeit, Psyche und Gesellschaft als ineinander verschränkt zu begreifen - ist in den Hintergrund getreten.

Genau hier wollen wir ansetzen. In einem Lesekreis möchten wir uns jene Tradition erschließen, die Psychoanalyse als Gesellschaftskritik begreift. Als Grundlage dient uns das von Helmut Dahmer herausgegebene Standardwerk, das zentrale Texte von den frühen Ansätzen bis in die 1970er Jahre versammelt. Uns interessiert, was diese Theorien heute noch leisten: Können sie helfen, gegenwärtige Formen von Anpassung, Autoritarismus oder Vereinzelung zu verstehen?

In einer Auftaktsitzung geben wir einen Überblick über die im Buch versammelten Zugänge, besprechen dann gemeinsam, in welche Lektüre wir zuerst einsteigen wollen und in welchem Modus wir zusammen arbeiten wollen. Wir setzen für eine Teilnahme keine Vorkenntnisse in den Bereichen Psychoanalyse oder Sozialpsychologie voraus. Wir selbst haben fachlich einen anderen Hintergrund, möchten uns die Grundlagentexte jedoch gerade deshalb gern gemeinsam mit anderen erschließen und sie diskutieren. Dazu laden wir alle Interessierten ein.

14.04.2026, 18:30 Uhr, Falken Ladenlokal [kany] (Thälmannstr. 26, 99085 Erfurt)
Filmabend "Der große Diktator" (Charlie Chaplin)
Mit „Der große Diktator“ (1940) schuf Charlie Chaplin eine der radikalsten politischen Komödien der Filmgeschichte: eine wütende, anarchische Satire auf Faschismus, Führerkult und autoritäre Macht.

Schon lange bevor die USA in den Krieg eintraten, griff Chaplin offen das NS-Regime an und produzierte den Film gegen massive Widerstände selbst. Was dabei entstand, ist ein subversiver Angriff auf die Inszenierung von Macht.

Der faschistische Herrscher Hynkel (eine groteske Hitler-Parodie) wird zur Karikatur seiner selbst: größenwahnsinnig, kindisch, hysterisch. Seine Reden bestehen aus sinnlosem Gebrüll und pseudo-deutschem Kauderwelsch - ein bewusster Angriff auf die Rhetorik autoritärer Herrschaft.

Gleichzeitig stellt Chaplin ihm den jüdischen Friseur gegenüber - eine Figur von unten, verletzlich, solidarisch, widerspenstig. In der Verwechslung beider Figuren kulminiert das anarchistische Moment:
Nicht der Herrscher spricht, sondern der Unterdrückte. Und plötzlich wird aus der der Parodie ein politischer Aufruf zur Befreiung.

Die Reaktionen auf den Film waren von Anfang an widersprüchlich: Die The New York Times nannte ihn „vielleicht den wichtigsten Film“ seiner Zeit, Konservative warfen Chaplin „Kriegshetze“ vor und in Europa reagierten viele Zuschauer verstört - Lachen wich oft betretenem Schweigen.

Nach 1945 wurde der Film ambivalent gesehen: Für manche kam er zu früh, für andere war er nicht radikal genug angesichts der realen Verbrechen. Chaplin selbst sagte später, er hätte den Film vielleicht nicht gemacht, wenn er das volle Ausmaß des Holocaust gekannt hätte.

Wir laden euch ein zu einem Filmabend über Widerstand, Humor und politische Intervention.

14.04.2026, 18:00 Uhr, veto (Magdeburger Allee 180, Erfurt)
SPIFA - Spieleabend für Alle
Lasst uns spielen, gewinnen und verlieren. Kommt zahlreich und lasst euch nicht ärgern. Bringt Spiele mit!

14.04.2026, 18:00 Uhr, Uni Erfurt, Hörsaal 3, Lehrgebäude 1
KEIN LAND FÜR NIEMAND: Film & Gespräch
Der Dokumentarfilm „Kein Land für Niemand - Abschottung eines Einwanderungslandes“ zeigt die brutale Realität deutscher und europäischer Abschottungspolitik: Rettungseinsätze im Mittelmeer, Gewalt an den Außengrenzen, Geschichten von Menschen, die trotzdem ihren Weg nach Deutschland geschafft haben - und den Preis, den sie dafür zahlen.

Im Anschluss an den Film gibt es ein Gespräch mit Regisseur Maik Lüdemann und Neeske Beckmann von Sea-Watch e.V.

Mit dabei ist die Soli-Tauschaktion gegen die rassistische Bezahlkarte. Also bringt Bargeld mit und tauscht es solidarisch gegen Supermarkt-Gutscheine.
mehr: https://www.seebruecke.org/aktionen/erfurt-2026-04-14-film-und-gespraech-kein-land-fuer-niemand

17.04.2026, 15:00 Uhr, Schambrowski (Magdeburger Allee 90, Erfurt)
Feministischer Kaffeeklatsch
Am 17.04 um 15 Uhr ist wieder Feministischer Kaffeeklatsch, lasst euch das nicht entgehen. Zusammen können wir im Schambrowski (Magdeburger Allee 90) kreativ werden, Graffiti sketchen, stöbern, quatschen, Kaffee trinken und snacken ! Kommt vorbei, wir freuen uns

17.04.2026, 19:30 Uhr, Domplatz, Erfurt
Take Back The Night FLINTA* only Tanzdemo
Wir holen uns die Nacht zurück! Am 17.04.2026 um 19:30 Uhr starten wir am Domplatz in Erfurt und protestieren gegen alles und jeden, der uns sonst davon abhält, nachts rauszugehen.

Wir wollen an diesem Abend vor allem durch die Straßen tanzen und uns den öffentlichen Raum zurücknehmen, den wir sonst nicht haben. Wir wollen Spaß haben und wir wollen uns gemeinsam in diesem Safe Space feiern.
Kommt mit und seid laut und sichtbar - für uns als FLINTA* und alle, die nicht dabei sein können.

Diese Nacht gehört uns FLINTA*-Personen, das sind Frauen, Lesben, Non-Binarys, Intersexuelle, Trans- und Agender-Personen. An alle anderen: Heute nicht.

17.04.2026, 18:30 Uhr, Universitätshauptgebäude (Fürstengraben 1 - Jena); Hörsaal 024
Feminismus seit dem 7. Oktober - Wo bleibt der Universalismus?
Vortrag und Diskussion mit Debora Eller
Eine Veranstaltung der Falken Jena

17.04.2026
18:30 Uhr
Universitätshauptgebäude (Fürstengraben 1); Hörsaal 024

Nach einer feministischen Demonstration in Berlin Ende 2024 sorgte ein Foto für Empörung: Eine Demonstrantin trug einen »I love Hamas«-Sticker. Kritik daran wurde von ihr als „weißer“ oder „westlicher“ Feminismus zurückgewiesen.

Der Vortrag untersucht den behaupteten Feminismus antiisraelischer Aktivistinnen. Auffällig sind dabei deren selektive Empörung über sexuelle Gewalt und die fehlende Solidarität mit jüdischen und israelischen Opfern.

Der eigentlich zentrale Faktor Geschlecht wird ausgeblendet: Eine Analyse wird hier nur anhand der Achsen westlich/nicht-westlich, Unterdrückte/Unterdrücker oder imperialistisch/kolonisiert vorgenommen. Das untersuchte feministische Milieu blendet patriarchale Herrschaftsverhältnisse, Misogynie, LGBT-Feindlichkeit und vor allem Antisemitismus innerhalb nicht-westlicher Gesellschaften aus und glorifiziert islamistische Akteure.

Ausgehend von feministischer Psychoanalyse und der Kritischen Theorie Adornos fragt der Vortrag nach den Ursachen dieser politischen Parteinahme. Dabei wird die Bedeutung von Ohnmachtsgefühlen und Aktionismus genauer in den Blick genommen.

Debora Eller ist Soziologin und Publizistin mit den Schwerpunkten feministische Theorie, Sozialpsychologie und Kritik des Antisemitismus.

18.04.2026, 13:00 Uhr, Bahnhofsvorplatz Erfurt
Protestkundgebung gegen Zalando-Betriebsschließung
Im Dezember 2012 fand die feierliche Eröffnung des Zalando-Logistikzentrums in Erfurt statt. Viele der heutigen Arbeitnehmer*innen waren seit den Anfangsjahren dabei und haben viel Arbeits- und Lebenszeit im damals „größten Kleiderschrank Europas“ verbracht und hier ihre berufliche Zukunft gesehen.

Im Januar sind wir in einer neuen Welt aufgewacht. Kaum war das Weihnachtsgeschäft vorbei, wurde aus dem Standort ein verzichtbarer Kostenfaktor und die berufliche und persönliche Zukunft von mehr als 2700 Kolleg*innen hat nun hinter den Interessen der Aktionäre auf Gewinnmaximierung zurückzustehen.

Das aktuelle Verhalten der Unternehmensführung ist nicht länger hinnehmbar. Die Situation sorgt für große Verunsicherung unter den Mitarbeitenden.

Deshalb kommt zur gemeinsamen Protestkundgebung von Betriebsrat und ver.di!

18.04.26, 13:00 Uhr
Bahnhofsvorplatz Erfurt

Setzen wir ein Zeichen gegen Jobabbau und für ein solidarisches Miteinander!

23.04.2026, 19:30 Uhr, Offene Arbeit Erfurt (Allerheiligenstraße 9, Hinterhaus)
„Die Welt vor dem Kollaps? Historisches, Aktuelles, Perspektiven“ - Vortrag und Diskussion mit Bernd Löffler
Die Kämpfe um die kapitalistische imperiale Neuordnung der Welt nehmen immer heftigere Ausmaße an. Gleichzeitig wächst die Tendenz zu autoritären Herrschaftsformen bis weit in die ehemals liberale Welt des Westens. Der Verbrauch von natürlichen Rohstoffen explodiert und die Zerstörung der Lebensgrundlagen auf der Erde beschleunigt sich. Apokalyptische Entwicklungen, die unsere Gesellschaften zwangsläufig zum Kollaps führen?
Darüber wird in der Veranstaltung gesprochen und diskutiert.

Eine Veranstaltung der Offenen Arbeit Erfurt in Kooperation mit dem Lothar-Kreissig-Ökumenezentrum der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland und dem Biko e.V.

28.04.2026, 19:00 Uhr, Schambrowski (Magdeburger Allee 90, Erfurt)
Ohne Chefs: Demokratie bei der Arbeit
Der Dokumentarfilm "Ohne Chefs" zeigt, wie Unternehmen ohne traditionelle Hierarchien funktionieren können. Er beleuchtet die Realität von Kollektivbetrieben, in denen Solidarität und gemeinschaftliches Wirtschaften im Vordergrund stehen. Der Film stellt die Frage, ob es möglich ist, ein Unternehmen ohne Chefs zu führen, und präsentiert Beispiele von Menschen, die diese Utopie in die Tat umsetzen. Die Protagonisten kämpfen für eine bessere Arbeitswelt, die auf ethischen Grundsätzen basiert und sich gegen die Ausbeutung im kapitalistischen System stellt.

Eine Veranstaltung des DGB-Bildungswerk Thüringen in Kooperation mit dem BiKo und dem Schambrowski Kino
mehr: DGB-BWT

30.04.2026, 19:30 Uhr, Offene Arbeit Erfurt (Allerheiligenstraße 9, Hinterhaus)
Künstliche Intelligenz? Wieso Chatbots die Welt nicht schöner machen.
Seit einigen Jahren wird viel über Künstliche Intelligenz geredet. Gemeint damit sind meistens Chatbots wie ChatGPT - Webseiten, auf denen ein Computer als Gesprächspartner zur Verfügung steht. Das Versprechen dieser Technologien ist groß: Nachdem Maschinen uns in den letzten 200 Jahren manch manuelle Arbeit abgenommen haben, sollen die neuen Technologien den Menschen das Denken abnehmen. Daraus ergeben sich natürlich einige Probleme: Nur ein immenser Verbrauch von Ressourcen macht die Technologie möglich. Zudem beruht sie auf der hemmungslosen Ausbeutung menschlicher Arbeitskraft - sowohl von denen, die die Maschinen optimieren, als auch von denen, die das Material zur Verfügung stellen, mit dem die Maschinen lernen. Für die Nutzer*innen soll die Welt effektiver funktionieren: Die Maschine liefert automatische Zusammenfassungen von Filmen, Büchern, Hausaufgaben oder E-Mails - und immer mehr Filme, Bücher, Hausaufgaben und Mails werden von der Maschine geschrieben. Man fragt sich: Ist das wirklich effektiv? Wenn ja, für welchen Zweck? Ist es »intelligent«, was die Maschine da tut? Und weiter: Wollen wir in einer Welt leben, in der Maschinen uns in dieser Art das Denken abnehmen? Die Veranstaltung beantwortet diese Fragen und begründet damit, wieso es gute Gründe gibt, den aktuellen Versprechungen der Technikkonzerne skeptisch gegenüber zu stehen.

09.-10.05.2026 , Jena (Ort nach Anmeldung)
Sexualisierte Gewalt thematisieren: Workshop zu solidarischem Umgang und Verantwortungsübernahme über Einzelfälle hinaus
Sichtbar & Selbstbestimmt ist eine selbstorganisierte Gruppe von Betroffenen von sexualisierter Gewalt/Vergewaltigung. Wir wünschen uns, dass auch nicht-Betroffene Menschen Verantwortung übernehmen, dass wir sexualisierte Gewalt/Vergewaltigung als Thematik begreifen, die jede Person etwas angeht - über den Einzelfall hinaus. Deshalb richtet sich dieser Workshop an Personen, die ein ernsthaftes Interesse an der Auseinandersetzung mit dem Thema haben, Betroffenen-Perspektiven kennenlernen wollen, andere Menschen unterstützen oder Verantwortung auch jenseits von konkreten Gewaltereignissen übernehmen möchten. Dich erwartet eine Vielfalt von Methoden: Kleingruppenaustausch, Audio- und Videoformate, stille Einzelarbeit und ein Reflexionsmodul zur Nachbearbeitung.

TERMIN: 09.05.2026 (10-18h) und 10.05.2026 (10-16:30h)
ORT: Jena, genauer Ort wird nach Anmeldung bekanntgegeben
FÜR WEN: alle (Die Workshop-Inhalte richten sich vornehmlich an Personen, die selbst nicht sexualisierte Gewalt/Vergewaltigung er-/überlebt haben.)
TEILNAHMEBEITRAG: 0-150 € (Solidarkonzept, nähere Infos bei Anmeldung)
ANMELDUNG: ws-sise@riseup.net
SONSTIGES: Der Workshop findet in deutscher Lautsprache statt, um Mittagsverpflegung (vegan) und Pausensnacks wird sich gekümmert.

Bei Fragen und Unsicherheiten: einfach mailen. Wir freuen uns auf dich!
Sichtbar & Selbstbestimmt

24.-26.5.2026, von Erfurt nach Berlin
Antimilitaristische Städtefahrt nach Berlin
Wir wollen gemeinsam herausfinden, warum diese Themen gerade so präsent sind und wie wir uns für eine friedliche Zukunft einsetzen können.

Dich erwartet ein Wochenende in Berlin mit anderen Jugendlichen:

Diskutieren, entspannen, Neues entdecken und die Stadt erleben!

Mit dabei:

Gespräche mit Anti‑Kriegs‑Aktivist*innen
Besuch im Anti‑Kriegs‑Museum
Mitgestaltung des Programms

Du bist 14-17 Jahre alt und hast Lust mitzukommen?

Anmeldung bei den Falken.
mehr: Falken Erfurt

28.05.2026, 19:30 Uhr, Offene Arbeit Erfurt (Allerheiligenstraße 9, Hinterhaus)
„Verlassene Orte. Ende und Anfänge in einer menschenleeren Welt“ von Cal Flynn - Einführung und Lesung mit Bernd Löffler
Die Autorin besuchte Orte, die von Menschen zerstört bzw. verlassen wurden und beobachtet, wie sich diese im Laufe der Zeit veränderten. Beispielsweise eine Salzwüste in Kalifornien, das Katastrophengebiet rund um den ehemaligen Atommeiler von Tschernobyl, die Schlachtfelder von Verdun und eine verseuchte Bucht in New Jersey. Und sie nimmt überraschenden Veränderungen wahr.
Eine Veranstaltung der Offenen Arbeit Erfurt in Kooperation mit dem Lothar-Kreissig-Ökumenezentrum der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland und dem Biko e.V.

04.06.2026, 19:30 Uhr, Offene Arbeit Erfurt (Allerheiligenstraße 9, Hinterhaus)
„Aktuelle Entwicklungen in Mittel- und Südamerika“ Vortrag und Diskussion mit Bernd Löffler
Mit dem Machtantritt der US-Administration unter Donald Trump hat sich die Situation in vielen lateinamerikanischen Ländern deutlich verschärft. In immer mehr Staaten kommen autoritär-libertäre Regierungen an die Macht, die Ausbeutung und Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen nimmt immer schneller an Fahrt auf und es setzt sich nach der „Rosaroten Welle“ ein Backlash auch der wenigen Errungenschaften aus dieser Zeit durch.
Wie sehen die Entwicklungen konkret aus? In der Veranstaltung wird ein Überblick der Lage in den verschiedenen Staaten geboten und anschließend ein Fazit der Entwicklungen sowie perspektivische Möglichkeiten für eine neue Linke diskutiert.

Eine Veranstaltung der Offenen Arbeit Erfurt in Kooperation mit dem Lothar-Kreissig-Ökumenezentrum der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland und dem Biko e.V.

20.06.2026 - Zeit und start Ort tba
CSD Jena

Herbst 2026
Reihe zu Neoliberalismus
Wir wollen und im Herbst mit Neoliberalismus auseinandersetzen. Die genaue Planung steht noch aus, aber es zeichnet sich ab, dass wir über Ideologie und die konkrete Politik sprechen, über Kultur, Subjektivität und Beziehungen im Neoliberalismus. Dabei steht natürlich auch die Frage nach einem möglichen Ende (oder einer aktualisierten, noch autoritäreren Variante) des Neoliberalismus im Raum.